Arne Kruse

Die anderen, man selbst und das Glück

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Umgeben von Leuten

Wir leben mit anderen zusammen. Wenn nicht unter einem Dach, dann in einer Gesellschaft. Wenn nicht in einer Gesellschaft, dann auf einem Planeten. Jeden Tag haben wir mit Leuten zu tun. Mit „den anderen“. Es gibt Menschen, die sagen: „Sei kein Egoist – denke an die anderen“. Es gibt Menschen, die sagen: „Lass die anderen – denke an Dich“. Was stimmt?

Anderen was geben

Beides – nur gehört es zusammen. Es gibt wohl kaum etwas, was uns nachhaltig glücklicher macht, als anderen etwas zu geben. Dazu passt der Spruch: „Wer an sich denkt, hat ein Problem. Wer an andere denkt, hat eine Aufgabe“. Wenn wir etwas für andere tun, schaffen wir positive Verbindungen zu anderen Menschen. Wenn wir etwas für andere tun, helfen wir Menschen. Das Verrückte aber ist: Wenn wir anderen etwas geben, profitieren wir vor allem selbst. Denn indem wir anderen nützen, entstehen Qualitäten in uns. Wir werden uns innerlich reicher fühlen. Anderen etwas zu geben, heißt nicht zwangsläufig, das wir die Dinge kostenlos anbieten. Es heißt nur, dass unsere Motivation ist, dass andere einen Vorteil haben mögen. Wer an andere denkt und auch zu ihrem Wohl handelt, fördert automatisch das eigene Wohl. Was kann man anderen geben? Aufmerksamkeit. Ein Lächeln. Ein ehrliches Lob. Humor. Blumen. Konstruktives Feedback. Zeit. Geld. Rat. Umarmungen. Liebe. Nähe. Informationen. Kontakte. Unterstützung in jeglicher Form. Ein „Danke“. Viele Dinge kosten gar nichts. Trotzdem kann man sie geben und so glücklicher werden.

An sich denken

„Wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht“ heißt ein geflügeltes Wort. Es ist wahr. Wer sich um sich kümmert, wer seinen Laden in Ordnung hält, wer vor seiner Tür kehrt – der sorgt mindestens dafür, dass andere sich nicht um ihn kümmern müssen. Wer daran arbeitet, ein glücklicherer, umgänglicherer und stärkerer Mensch zu werden, der sorgt dafür, dass es mindestens eine Person mehr auf dieser Welt gibt, die anderen ein Vorbild ist. Wer Selbstverantwortung übernimmt, wird anderen eher eine Stütze sein als jemand, der dies nicht tut. Wer dafür sorgt, das es einem selbst gut geht, kann dadurch automatisch anderen mehr geben. In jedem Fall bewirkt er, dass andere ihm nichts geben müssen – was wiederum bedeutet, dass mehr für wirklich Bedürftige übrig bleibt. Insofern sind Menschen, die an sich denken, überspitzt gesagt Wohltäter. Einzig, sie streichen dafür nicht die volle „Glücksdividende“ ein. Die bekommen sie zu 100 Prozent erst im Austausch mit anderen, vor allem durchs Schenken.

Beides verstärkt sich

An sich denken hilft anderen. An andere denken hilft einem selbst. Je mehr man für sich tut, desto mehr kann man für andere tun. Je mehr man für andere tut, desto mehr nützt man sich selbst. Beides verstärkt sich gegenseitig. Es schließt sich nicht aus. Es ergänzt sich.

Was glücklich macht

Die, die nur an andere denken, laufen Gefahr, sich zu verlieren. Sie fühlen sich vielleicht irgendwann ausgebrannt. Es hilft, hier Selbstfürsorge zu betreiben. Der Rettungsschwimmer muss sich selbst sichern, sonst ertrinken alle. Die, die nur an sich denken, fühlen sich vielleicht einsam oder ihnen fehlt es an Sinn. Hier hilft es, etwas für andere zu tun. In jedem Fall macht es Menschen sofort glücklicher, wenn sie mit anderen eine schöne Zeit haben. Oder ihnen etwas geben. Und sei es „nur“ ein Lächeln oder ein gutes Gefühl. Übrigens: Wir können nur in Freiheit leben, weil andere und starke Institutionen unsere Freiheit respektieren.

Ich wünsche allen viel Spaß dabei, anderen etwas zu geben und etwas für sich zu tun.

Diesen Beitrag widme ich Claudia, die mir sehr viel gibt. Lang lebe der Lidl-Verkäufer, der voller Spaß die Einkäufe der Kunden kommentiert!

Beitragsbild: © Arne Kruse


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