Mordverdächtige zu decken ist ein Zeichen der Schwäche
Ich halte den Umgang der Trump-Regierung mit dem Tötungsfall des ICE-Beamten in Minnesota für erbärmlich. Es ist ein Verbrechen, wenn Beamte aus niederen Beweggründen Bürger erschießen. Es ist arm und undemokratisch, wenn Regierungsmitglieder den Mordverdächtigen vor den rechtsstaatlichen Konsequenzen seiner Handlungen in Schutz nehmen wollen. Es hat nichts mit Freiheit, Demokratie oder Stärke zu tun. Das ist auch Trumps, Vances und MAGAS grösste Schwäche: Sie glauben, das schwaches Verhalten, das jenem venezolanischer, russischer oder iranischer vom Regime gedeckter Gangster ähnelt, Stärke demonstriert. Tut es nicht. Und Schulhofmobberei und einen auf dicke Hose machen – ich vergaß Hegseth – waren ebenso noch nie ein Zeichen der Stärke.
Bei Grönland geht es ums Prinzip
Gleiches gilt für Trumps Grönland-Fantasien. Ich würde es machen wie Dänemark und die Europäer aktuell: Es drauf ankommen lassen. Dafür reichen 100 Soldaten. Es geht nämlich nicht darum, Grönland gegen Trump militärisch zu verteidigen. Da wären die USA natürlich im Vorteil. Es geht ums Prinzip. Dafür würde auch ein Soldat reichen. Nur wäre der dann einsam. Wird Trump Grönland gewaltsam annektieren? Von einem NATO-Verbündeten? Ich finde, Europa soll sich entspannen und es drauf ankommen lassen. Wenn Trump das tut, schießt er sich ins eigene Knie. Aber das muss er dann eben auch tun. Er soll schiessen müssen. Wird er es tun? Dann kann Europa seine Konsequenzen ziehen. Vor allem aber kann die ganze Welt es dann sehen.
Appeasement bringt nichts bei Trump
Appeasement vorab macht gegenüber dem Mobber und Erpresser Trump meines Erachtens keinen Sinn. Nicht als verbündeter, befreundeter Staat. Dänemark ist stärker, als die USA. Viel stärker. Die Stärke liegt in den Prinzipien der westlichen, zivilisierten Welt, die in Dänemark offensichtlich stärker verwurzelt sind, als in den USA. Die Seele der freien Welt sind ihre liberalen Werte und Prinzipien. Waffen schützen sie – nur nicht vor Verbündeten.
Ich würde Trump als Kanada und Europa nicht appeasen. Auch nicht als amerikanischer Bürger. Trump ist nicht das als was er sich fühlt. Er ist nur ein Bürger von vielen, der gewählt wurde. Ihm gehört nichts im Weißen Haus. Auch nicht die USA. Das gilt auch für seine Unterstützer und Nachfolger. Natürlich gilt es auch für seine Gegner. Sie sind bestenfalls alle nur Politiker auf Abruf. Sie haben nicht mehr Rechte als andere. Sie stehen nicht über dem Gesetz. Sie sollten ihre Klappe alle nicht so weit aufreißen.
Die AfD steht ebenso nicht über dem Gesetz
Das gilt auch für die AfD in Deutschland. Der eigentliche Kampf gegen diese russlandfreundliche Partei hat ja noch gar nicht begonnen. Die AfD-Leute bilden sich genau wie die Trumpleute ein, sie hätten mehr Rechte als andere. Auch sie würden Mörder in Schutz nehmen, solange sie nur auf Linke geschossen hätten. Ihr Argument wäre ihre Emotion. So äußern sich zumindest viele in und um die AfD. Andersherum machen sie ein Riesentara. Diese rückständige Mentalität, dieses emotional verblendete Messen mit zweierlei Maß, dieses „die anderen haben angefangen, also verhalte ich mich jetzt auch falsch“-kindliche Getue, dieses „ich gebe nicht zu, wenn meine eigenen Leute Mist gebaut haben“ – es wirkt wie Gift in der westlichen Welt und ist KEIN Teil der Lösung ihrer Probleme.
Donald Trump fügt sich bei Gegenwehr
Es gibt mindestens zwei Personen auf dieser Welt, die verstanden haben, wie Donald Trump funktioniert. Der eine heißt Wladimir Putin, der andere Xi Jinping. Donald Trump geht auf Schwächere los – nicht aber auf Stärkere oder seines Erachtens Ebenbürtige. Putin hat das verstanden. Er macht es ja genauso. Er schießt umso mehr Raketen auf die Ukraine, je näher ein Frieden in Reichweite rückt. So gibt er Trump zu verstehen: „Ich werde nicht nachgeben, im Gegenteil. Wenn Du Frieden willst, muss Zelensky nachgeben.“ Zelensky wehrt sich weniger gegen einen Frieden – daher denkt Trump, Druck auf ihn bringe mehr. Es sei denn, die Ukraine trifft Russland wiederum hart. So geht das Spiel immer weiter.
Trump muss sich der freien Welt unterordnen oder er wird untergehen
Donald Trump und sein MAGA-Team denken, sie stünden über dem Gesetz. Sie könnten machen, was sie wollen. Sie denken, da sie einige Dinge richtig machen, die andere fundamental falsch gemacht haben, ermächtige sie dies, sich über alles andere zu stellen. Der Applaus ihrer Fans gebe ihnen Recht. Der Erfolg bei vergangenen Wahlen gebe ihnen Recht. Oder das Überleben eines Attentates. Oder das Appeasement und die Schmeicheleien von Verbündeten. Damit liegen sie jedoch fundamental falsch. Genauso falsch wie jeder, der vorne etwas aufräumt – was schön ist – während er aber beim Umdrehen ganze Regale mit seinem Hinterteil umschmeißt. Donald Trump muss sich den Werten und Idealen der freien Welt unterordnen – so wie alle Demokraten. Er tut dies bislang nicht, weil er sich einbildet, er stünde über allem. Das tut er – natürlich – nicht. Weder politisch, noch moralisch noch spirituell. Jemand sollte es ihm sagen – und allen anderen gleich mit.
Beitragsbild: © Arne Kruse mit Material von canva.com