Erreichte und unerreichte Ziele

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Mann: Ich weiß nicht, ob ich meine Ziele erreichen werde.

Drache: Das macht nichts.

Mann: Was macht nichts? Dass ich es nicht weiß oder dass ich meine Ziele nicht erreiche?

Drache: Beides.

Mann: Warum?

Drache: Aus der Sicht von Millionen Menschen hast Du jetzt schon mehr erreicht, als sie jemals tun werden.

Mann: Wie das? Ich bin weder Millionär, noch Firmengründer, noch Mr. Universe, noch Filmstar oder sonstwie reich oder berühmt.

Drache: Das sind nicht die Träume von Millionen Menschen.

Mann: Ach nein? Was denn dann?

Drache: Wer krank ist, denkt an nichts anderes als Gesundheit. Wer in einer Region lebt, wo Krieg herrscht, wünscht sich nichts sehnlicher als Frieden. Wer Unterdrückung erlebt, will ein Leben in Freiheit. Wem es an lebensnotwendigen Dingen mangelt, wünscht sich die Beseitigung dieser Mängel. Wer in einer ungerechten und unsicheren Gesellschaft lebt, wünscht sich oft, in einem Land wie Deutschland leben zu können. Du tust es.

Mann: Mag sein. Aber ich habe meine Ziele nicht erreicht.

Drache: Du erlebst, was der unerfüllte Wunschtraum von Millionen Menschen ist. Was willst Du noch?

Mann: Naja, meine Ziele erreichen eben. Ein besseres Leben. Mehr Geld, mehr Erfolg, mehr Glück. Einen tollen Partner. So was eben.

Drache: Was ist mit Selbstverwirklichung? Was ist mit einem eigenen Business? Was ist mit Reisen? Was ist mit Teilzeit-Arbeit? Was ist mit Ruhm? Was ist mit Kindern?

Mann: Joa, einiges davon will ich. Du hast gesagt, es sei nicht schlimm, wenn ich meine Ziele nicht erreiche. Dann bin ich doch aber unglücklich. Also unzufrieden.

Drache: Ich finde es in Ordnung, sich Ziele zu setzen. Nur fände ich es schade, wenn Du dabei vergisst, dass es Dir eigentlich schon ziemlich gut geht. Wenn Du das Glas als halbleer empfindest, obwohl es halbvoll ist.

Mann: Du meinst also, mein Glas sei halbvoll?

Drache: Nein. Ich denke, es ist randvoll. Und Du merkst es nicht.

Mann: Randvoll???

Drache: Ja!

Mann: Okay. Gesetzt den Fall, es wäre so: Was sollte ich dann tun?

Drache: Deine Ziele erreichen.

Mann: Hä? Du willst mich wohl auf den Arm nehmen!

Drache: Nein, ganz im Ernst: Im besten Fall bist Du Dir bewusst darüber, was das grundlegend Gute an Deiner Situation ist. Du erfreust Dich daran. Du genießt es. Es wäre doch schon sehr schade, wenn Du unzufrieden durchs Leben gehst.

Mann: Das widerspricht so gänzlich meiner herkömmlichen Denke. Ich denke immer, ich muss was leisten und erreichen. Erst dann kann und darf ich glücklich sein.

Drache: Schaffe, schaffe, Häusle baue, Steuer zahle, sterbe. Meinst Du das?

Mann: Ja. Ich kenne viele, die wollen immer mehr. Die einen materiell, die anderen immateriell. Leistung, Leistung, Leistung.

Drache: Klar. Das ist eine menschliche Tendenz, mehr zu wollen. Oder etwas leisten zu wollen. Etwas beitragen zu wollen. Menschen helfen zu wollen. Da ist auch was Gutes dran. Mehr Umsatz heißt mehr Arbeitsplätze heißt mehr Steuergelder usw. Wenn Du mehr Menschen helfen kannst, ist das definitiv auch sinnvoll. Es wäre nur eben schade, wenn Du Deine Situation zu negativ bewertest.

Mann: Glaubst Du, dass ich meine Ziele erreichen werde? Glaubst Du an mich?

Drache: Ich glaube, dass alles möglich ist. Die Frage ist, ob es Ziele sind, die zu Dir passen. Und ob es sinnvolle oder bescheuerte Ziele sind. Je sinnvoller sie sind, je mehr sie zu Dir passen, desto eher wirst Du sie erreichen können. Also ja: Ich glaube an Dich. Und Du? Glaubst Du selbst an Dich?

Mann: Ja und nein. Wenn ich gut drauf bin, glaube ich an mich. Wenn ich schlecht drauf bin, nicht.

Drache: Willkommen im Club der Menschen…

Mann: Wie kann ich das denn ändern? Dass ich mehr an mich glaube? An meine Fähigkeiten?

Drache: Just do it. Einfach machen. Mit dem Machen vergehen Deine Ängste und Zweifel. Dran bleiben. Und: Sei Dir darüber bewusst, was Du alles schon erreicht hast. Was Du schon kannst. Und was Du überhaupt alles nicht erreichen musst, nicht können musst. Du musst kein Superman sein!

Mann: Ich muss kein Superman sein…Hey, lass uns ein anderes Mal weitersprechen. Ich muss das erstmal verdauen.

Drache: Gerne. Bis zum nächsten Mal.

Beitragsbild: © Arne Kruse


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