Gesünder leben

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Mit 15 war ich weiter als mit 25

Als ich 15 Jahre alt war, habe ich zwei Dinge verabscheut: Alkohol in jedweder Ausprägung und Zigaretten in jedweder Ausprägung. Ich fand Geschmack und Geruch abstoßend. Erwachsene konsumierten die Sachen wie am Fließband. Die Feste waren lustig. Ich selbst war der Meinung, dass ich das weder will noch brauche. Als ich 16 bis 17 Jahre alt war, fand ich dann doch den Weg zu Bier und mehr – und ich fand Gefallen daran, entgegen meiner vorherigen Überzeugungen. Es war die allgemeine Kultur. Zigaretten blieb ich fern. Aber der Alkohol machte mich lockerer. Zusammen mit den Freunden und Fremden zu trinken und zu feiern – das war großer Spaß. Über eine gesunde Lebensweise machte ich mir als junger Erwachsener generell keine Gedanken. Fühlte ich mich doch unsterblich wie ein Gott. Und ja, ich hatte ein paar gute Gewohnheiten wie Sport schon lange betrieben. Nie aber kam mir die Idee, dass diverse Wehwehchen, die ich damals schon hatte, vielleicht etwas mit meinen Ess- und Trinkgewohnheiten zu tun haben könnten.

Je älter, desto sensibler

Je älter ich wurde, desto mehr hatte ich den Eindruck, dass mir manche Dinge gar nicht bekommen und manche Dinge gut. Mein Körper schien mir zu signalisieren, dass es einen Zusammenhang zwischen meinen Ess- und Trinkgewohnheiten einerseits und meinem allgemeinen Wohlbefinden andererseits zu geben schien. Um das hier abzukürzen: Interessanterweise ist es so, dass mir die Dinge, die wissenschaftlich belegt als mehr oder weniger ungesund gelten, nicht gut bekommen. Also Alkohol, Softdrinks, Süßigkeiten, Wurst und Weißmehlprodukte. Und die Dinge, die allgemein als besonders gesund gelten – sie bekommen mir gut. Bis auf einige Ausnahmen – namentlich Eis, Pommes und Chips – ernähre ich mich heute also recht gesund. Dies tue ich jedoch nicht, weil es gesund ist. Ich tue es, weil mir die anderen Dinge ganz konkrete Beschwerden verursachen. Und auf die habe ich keinen Bock. Der Preis ist mir insofern zu hoch. Also lasse ich ganz viel weg. Und übrig bleibt eben vor allem Kräutertee, Wasser, Gemüse und Haferflocken. Ärztlich nachgewiesene Unverträglichkeiten habe ich übrigens keine. Nur Erlebte.

Das Schöne am Gesunden

Wie auch immer, interessanterweise habe ich durch meine Sensibilität und Wehwehchen quasi gegen meinen Willen einen relativ gesunden Lebensstil angenommen. Und den habe ich wiederum schätzen gelernt. „Arne, Du hast immer so gesunde Sachen dabei“ heißt es auf der Arbeit. Das Gute ist, finde ich, dass ich aber eben kein Gesundheitsfanatiker bin. Ich finde es nicht überzeugend, das Glück in der Gesundheit und im Weglaufen vor Krankheit und Tod zu suchen – also letztlich in der Angst. Auf der anderen Seite bin ich Menschen dankbar, die erfolgreich daran forschen, wie wir gesünder und länger leben können. Bietet es doch ganz konkrete, erlebbare Vorteile. Ich erfreue mich jeden Tag aufs Neue an meinem spartanischen Frühstück und Mittagessen, das völlig unkonventionell und einfach zubereitet ist.

Meine Tipps

Mit all dem Wissen und den Erfahrungen, die ich heute habe, fallen mir ganz klare Impulse ein, die ich hier einfach so in die Welt posaune – wobei ich vollkommen verstehe, dass jeder selbst sein eigener Herr ist, seine eigenen Erfahrungen sammeln will und soll. Es geht mir nicht um Moral, nicht um Angst, nicht um den einen heiligen Weg. Es sind einfach Ideen, die ich für richtig halte, die ich für jene aufschreibe, die sie interessieren.

  • Schmeiße Alkohol einfach aus Deinem Leben raus. Wenn Du fragst, „Warum sollte ich das tun?“, dann antworte ich: „Warum nicht? Es ist ungesund und eine unnötige Belastung.“ Ich habe über die Jahre gelernt, dass ich auch ohne Alkohol ausgelassenen Spaß haben kann. Vorher hatte ich jedoch Spaß damit.
  • Schmeiße Zigaretten raus. Sie stinken und sind ungesund.
  • Lass Dir nichts aufschwatzen. Keine Pillen, keine Diät oder was auch immer. Es gibt viele gute Produkte auf der Welt. Nimm die, die Dir gut tun. Jeder Körper ist anders. Finde heraus, was zu Dir passt. Was Dir gut tut. Was Dir nicht gut tut. Das eine vermehre. Das andere vermindere. Fertig.
  • Einige Sachen, die nachweislich sehr positive Effekte auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden haben, stehen fest. Dazu zählen mindestens folgende Dinge: Viel Gemüse ist gut. Fasten, vor allem Intervallfasten, ist gut. Kaltes Wasser auf die nackte Haut ist gut. Sport ist gut. Genügend schlafen ist gut. Weniger Stress ist gut. Soziale Kontakte sind gut. Lebensfreude bzw. Lachen ist gut. Das alles kostet nichts und wenn, dann sind es sinnvolle Kosten.
  • Übertreibe es nicht. Vergiss nicht, dass Du jeden Moment sterben kannst durch was auch immer. Es bringt nichts, ein verkniffener Gesundheitsfanatiker zu sein, der seine Vitamine von der Straße aufhebt und dann vom Lastwagen überfahren wird. Genieße Dein Leben.
  • Lass Dir ebenso nichts von Kulturfetischisten aufschwatzen. Es gibt in jedem Land und in jeder Kultur auf dieser Welt gesunde und ungesunde Lebens-, Ess- und Trinkgewohnheiten. Es ist nicht nötig, sich einreden zu lassen, dass man ein Spiel- oder Spaßverderber ist, ein Vaterlandsverräter oder ein Kulturbanause, wenn man auf das Ungesunde lieber verzichten will. Die anderen müssen hingegen akzeptieren, dass man den Scheiß eben nicht braucht. Insofern hebe ich hier virtuell mein Glas gegenüber Neil und anderen, die stoisch „Nein“ zum Bier trinken gesagt haben, als alle anderen, mich inklusive, „Prost“ sagten. Schwimme ruhig gegen den Strom. Fahre die Ernte ein, die Dir eine gesündere Lebensweise bringt.
  • Mach Dich unabhängig. Sei vorbereitet. Wenn Dir auswärts Essen schwer fällt, weil Du wie ich ganz viele Dinge nicht essen kannst oder willst und Qualität und Menge zu Hause eh besser sind, habe ich zwei Tipps: 1. Es spart ne Menge Geld, sich das Essen selbst zu zubereiten – und ist meist auch leckerer und gesünder. 2. Geh trotzdem raus, schränke das Soziale und Reisen nicht ein. Lerne, Dir Dein Essen so vor- und zuzubereiten, dass Du überall gut versorgt bist. Erwarte von anderen nicht, dass Sie auf Deine Besonderheiten eingehen. Lasse aber auch nicht zu, dass andere Dein Essen nicht akzeptieren. Packe Deinen eigenen Kram aus und iss ihn bei Familie und Freunden.
  • Es gibt keine Garantie für nichts. Egal wie gesund Du lebst – niemand kommt hier lebend raus.
  • Ausnahmen bestätigen die Regel. 😉

Ich wünsche allen viel Spaß dabei, ihr Leben in eine gesündere Richtung zu lenken und dabei trotzdem locker und lebensfroh zu bleiben.

Beitragsbild: © Arne Kruse


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