Trump, der Iran und Europa

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Trump macht nicht alles falsch

Sollten die Amerikaner den Iranern helfen, das Mullah-Regime zu stürzen, wäre das eine gute Sache für die ganze Welt. Eine Sache, die wohl niemand anderes allein effektiv bewirken könnte. Diese gute Sache wäre sehr groß. Sie würde die unguten Sachen, die die Trump-Regierung ebenso tut, nicht ungeschehen machen. Nur gilt es eben andersherum genauso: All die Dinge, die Trump falsch macht und besser machen könnte, ändern nichts daran, dass er auch einige Dinge tut und zeigt, die richtig sind – und die Europäer ebenso tun sollten, aber nicht tun können oder wollen.

Europäer mit Illusionen

Das Problem bei uns Europäern ist, dass wir uns immer noch wie Kinder verhalten. Wären wir erwachsen, könnten wir Russland allein in Schach halten – ohne Hilfe der Amerikaner. Wir sind jedoch nicht erwachsen, sondern verzogene, verwöhnte und unmündige Kinder mit lauter Illusionen im Kopf. Freiheit beruhte schon immer auf Stärke. Auf militärischer und wirtschaftlicher Stärke. Europäer haben es sich einfach gemacht: Die Amerikaner sorgten für Sicherheit. Europäer investieren das so eingesparte Geld in üppige Sozialstaaten und Entwicklungshilfe. Amerikaner machen die Drecksarbeit. Europäer ereifern sich vom hohen moralischen Ross über die kriegslüsternen Amis – von denen sie jedoch zu hundert Prozent abhängig sind. Und denen sie ihre Freiheit verdanken.

Sicherheit kostet

Wie sieht es in Europa aus, wenn der Amerikaner nicht mehr für die Sicherheit sorgt? Europa hat genug Ressourcen, um selbst für seine Sicherheit sorgen zu können. Bevölkerung, Industrie, Wirtschaftsleistung: theoretisch mehr als ausreichend. Nur praktisch hatte Europa bislang andere Prioritäten. Wenn Europa selbst für seine Sicherheit sorgen muss, dann kostet das Geld. Jede Menge Geld. Und politischen Willen.

Freiheit beruht auf Demokratie und Geopolitik

Was machen die Europäer? Viele linke und rechte Europäer favorisieren es, sich Diktaturen und Extremisten einfach zu unterwerfen. Sie kuscheln lieber mit Putin, Xi und der Hamas, als liberale Grundwerte zu verteidigen. Sozialdemokratische und grüne Europäer wollen zwar Russland konfrontieren und Freiheit bewahren, aber gleichzeitig würgen sie die Wirtschaft ab und schwächen freie Gesellschaften durch Massenimmigration von Unqualifizierten. Liberale und bürgerliche Europäer wollen zwar Russland und andere Diktaturen konfrontieren und Freiheit bewahren, aber gleichzeitig setzen sie sich zu wenig für einer starke Wirtschaft, eine starke Gesellschaft und ein starkes Militär ein. Im Ergebnis kommt das raus, was wir aktuell erleben: Europa verhält sich weit unter seinen Möglichkeiten. Es hat viele Demokraten, Träumer und Sozialstaatsverwalter, aber kaum Geopolitiker. Wer Freiheit jedoch ernsthaft erhalten will, braucht mindestens beides: Demokraten und Geopolitiker. Demokratische Grundwerte und ein starkes Militär/eine starke Wirtschaft.

Der Preis könnte mindestens „Grönland“ lauten

Sollten die Amerikaner das Mullahregime stürzen, würde neben dem nahen und mittleren Osten auch Europa davon profitieren. Wer glaubt, dass uns das nichts kosten wird, liegt sicher falsch. Trump, der Geschäftsmann und Friedenskönig, wird uns die Rechnung dafür präsentieren. Es wird teuer werden! Der Preis könnte zum Beispiel „Grönland“ lauten. Mindestens. Und wenn die Europäer das nicht wollen? Was wollen sie denn dann tun außer Moralpredigten zu halten? Nichts. Sie werden alles schlucken, was Trump von ihnen will. Sonst kommt Putin und nimmt sich das Baltikum oder mehr. Eine sinnige Alternative könnte es sein, als Europäer systematisch daran zu arbeiten, selbst stark zu werden: wirtschaftlich, gesellschaftlich, militärisch. Weniger Moral, mehr Vernunft und Verantwortung. Es würde nur eben etwas kosten! Aber das wird es so oder so.

Beitragsbild: © Arne Kruse


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