Erik: Was ist der Sinn des Lebens?
Mönch: Was genau interessiert Dich? Der Sinn Deines Lebens? Der Sinn meines Lebens? Oder der Sinn des Lebens allgemein?
Erik: Warum bin ich hier? Warum bist Du hier? Warum ist die Welt, wie sie ist? Was soll das alles?
Mönch: Nun, wir wurden hier reingeboren. Darum sind wir hier. Und jetzt kannst Du Dir darüber den Kopf zerbrechen, warum. Oder Du machst einfach das Beste draus.
Erik: Ich habe aber das Gefühl, dass mich viele Dinge in dieser Welt nur kurzfristig oder oberflächlich glücklich machen. Was bleibt am Ende? Wofür lohnt es sich, seine Zeit zu investieren? Was macht mich wirklich glücklich?
Mönch: Sitze auf der Parkbank und trinke ein Bier.
Erik: Das habe ich in meiner Schulzeit ab und zu getan…
Mönch: …ich weiß. Du hast es mir früher erzählt.
Erik: Aber das kann doch nicht Dein Ernst sein!
Mönch: Nun, wir Mönche sitzen hier im Kloster und beten. Oder Meditieren. Oder Kontemplieren. Oder studieren. Du sagtest, dass Du das auf der Parkbank damals ebenso getan hast.
Erik: Ja, nur eben mit einem Bier.
Mönch: Mit einem Bier. Nicht mit fünf, oder?
Erik: Nein, nur eines. Es ging nicht ums Saufen. Es war ein Genuss.
Mönch: Warum war es ein Genuss?
Erik: Ich hatte das Gefühl, dass alles passte. Ich brauchte nichts weiter, um glücklich zu sein. Eine Bank in einem schönen Park. Ein leckeres Bier. Die Sonne. 20 Minuten meiner Zeit. Ab und zu ein guter Kumpel mit dabei. Alles war gut. Ich war mit allem im Reinen.
Mönch: Das glaube ich Dir. Du bist in einer Zeit und einer Gesellschaft mit vielen guten Bedingungen aufgewachsen. Viel besser geht es nicht. Und Du hattest die innere Bereitschaft, Fünfe gerade sein zu lassen. Das Glück in den kleinen Dingen zu sehen. Das tun wir Mönche auch. Zumindest üben wir es.
Erik: Wie kann ich das jetzt wieder in mein Leben integrieren? Ich habe das Gefühl, ich bin nur noch am Arbeiten. Nur noch am Funktionieren. Warum lacht der dicke Buddha so? Ich will das auch!
Mönch: Er lacht, weil er regelmäßig leckere Speisen zu sich nimmt…
Erik: … hahaha. Helmut Kohl tat das auch. Er hat aber weniger gelacht…
Mönch: Der dicke Buddha lacht aus dem gleichen Grund, aus dem Du auf der Parkbank gelacht hast. Und noch ein bisschen mehr.
Erik: Was denn noch?
Mönch: Er hat verstanden, dass Lebensfreude und bedingungslose Liebe seine wahre Natur sind. Er weiß, dass ein gutes Herz und Weisheit zusammengehören. Er muss also weder kalt sein noch dramatisch. Er will nicht ewig leben und hat keine Angst vor dem Tod – weil er Ursache und Wirkung versteht. Er weiß, dass alles vergeht: Sein Körper, die Körper aller anderen, die Welt. Und gleichzeitig entsteht immerzu alles neu. Er lacht, weil er voller guter Eindrücke ist und den Zirkus Zirkus sein lässt. Da kann man auch mal lachen.
Erik: Hmm. Soweit war und bin ich dann doch nicht. Wie kann ich das alles lernen? Und wo?
Mönch: Überweise mir 100 Euro und bringe mir ein kühles Bier, dann erkläre ich es Dir gerne…
Erik: …
Mönch: Mensch, Du lachst ja!
Beitragsbild: © Arne Kruse