Erik: Du hast gesagt, alle Menschen säßen im gleichen Boot. Sie wollten am Ende das Gleiche: glücklich sein. Bitte erkläre das genauer.
Isabelle: Mit dem gleichen Boot meine ich, dass wir uns als Menschen alle in der gleichen Situation befinden: Wir wurden mit einem Körper aus Fleisch und Blut geboren. Alter, Krankheit und Tod sind uns daher so sicher wie das Amen in der Kirche. Mit dem Streben nach Glück meine ich, dass alle Menschen – egal wie gestört oder verwirrt sie auch sein mögen – letztlich glücklich sein wollen.
Erik: Glaubst Du das wirklich? Ich meine, Du sagst es selbst: Manche Menschen verhalten sich völlig gestört und wahnsinnig. Die streben doch nicht nach Glück!
Isabelle: Doch, am Ende streben sie danach, sich gut zu fühlen. Sie glauben, dass das, was sie tun, sie glücklicher machen wird. Ändert natürlich nichts daran, dass nicht alle Wege zum Glück führen.
Erik: Das heißt doch aber, dass uns tatsächlich vieles trennt.
Isabelle: Ja. Was uns trennt, sind unsere Werte und Überzeugungen. Unsere Ziele und unser konkretes Verhalten. Alle wollen glücklich sein. Das eint uns. Und dann schlagen alle verschiedene Wege ein, um dieses Ziel zu erreichen.
Erik: Glaubst Du, dass alle Menschen glücklich sein können? Dass sie ihr Ziel erreichen können?
Isabelle: Ja und nein. Ja: Theoretisch kann jeder es schaffen, glücklich zu werden. Und zwar unabhängig von seinen Umständen. Nein, praktisch werden viele Menschen ihr Ziel nicht erreichen, da sie nicht das tun, was sie am Ende glücklich machen wird. Die einen entwickeln sich nach unten zum Unglück, die anderen nach oben zum Glück. Jeder entscheidet und macht das selbst.
Erik: Glaubst Du, dass man andere Menschen glücklich machen kann?
Isabelle: Nein.
Erik: Nein?
Isabelle: Ja.
Erik: Warum?
Isabelle: Weil am Ende jeder selbst den Weg gehen muss. Jeder entscheidet selbst, wie er er lebt und erlebt und was er tut. Echtes Glück ist ein Resultat. Es kommt von innen. Ich kann etwas, das von innen kommt, nicht von außen bei jemand anderem erzeugen.
Erik: Aber wenn ich meinen Mitmenschen etwas Schönes schenke, und sei es nur ein leckeres Essen oder meine Zeit, dann macht es sie doch glücklicher, oder nicht?
Isabelle: Natürlich – aber auch nur dann, wenn Dein Essen schmeckt …
Erik: …
Isabelle: Natürlich kannst Du ganz viel tun, um anderen eine schönere Zeit zu ermöglichen. Was ich meine, ist, dass Du niemanden dazu zwingen kannst, glücklich zu sein. Es gibt viele Menschen, die sehr entschieden den Weg ins Unglück gehen. Du kannst sie nicht retten.
Erik: Also wollen sie doch nicht glücklich sein?
Isabelle: Doch, sie wollen glücklich sein. Sie suchen es nur am falschen Ort und schlagen ebenso falsche Wege ein.
Erik: Also muss ich das einfach akzeptieren?
Isabelle: Du musst nur eines und das ist sterben. Aber ja: Dein Leben wird einfacher, wenn Du das einfach akzeptierst. Jeder geht seinen Weg und erntet seine Resultate. Kümmere Dich um Dich und helfe Leuten, die offen für Dich sind.
Erik: Danke für Deine Antworten!
Beitragsbild: © Arne Kruse