Wie erreiche ich meine Ziele?

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Motivation reicht nicht aus

Erik: Obwohl ich voll motiviert bin, schaffe ich es nicht, meine Ziele zu erreichen. Was mache ich falsch?

Isabelle: Dazu fällt mir ein Spruch meines Meisters ein. Er sagte immer: „Die beste Motivation reicht der Gewohnheit bis ans Knie.“

Erik: Was heißt das?

Isabelle: Es ist gut, motiviert zu sein. Das Problem ist nur: Du wirst nicht immer motiviert sein. Was ist dann mit Deinem Vorhaben? Das Ziel erreichst Du am besten durch Gewohnheiten.

Erik: Kannst Du mir ein Beispiel geben?

Zähne putzen klappt ohne Lust

Isabelle: Klar. Es gibt ein paar Dinge, die Du sicherlich gewohnheitsmäßig tust. Jeden Morgen kleidest Du Dich an. Du gehst duschen. Du putzt Deine Zähne. Stimmt das?

Erik: Ja.

Isabelle: Puh…da bin ich beruhigt. Jetzt stell Dir aber mal Folgendes vor: Du machst das alles nur noch, wenn Du Lust dazu hast.

Erik: Ich habe aber keine Lust dazu. Ich tue das, weil es getan werden muss. Ich denke da quasi nicht drüber nach. Ich meine, wer denkt schon darüber nach? Ich mache es einfach. Wenn ich warten würde, bis ich Lust zum Aufstehen usw. habe, könnte ich lange warten. Ich würde wohl erstmal im Bett liegen bleiben und ausschlafen.

Isabelle: Genau! Das ist die Antwort auf Deine Eingangsfrage.

Erik: Hä?

Isabelle: Du denkst, Deine Motivation würde ausreichen, um Deine Ziele zu erreichen. Aber wie Du selbst sagst: Da kannst Du lange warten! Dir wird immer etwas Besseres einfallen, als an Deinem Vorhaben zu arbeiten. Mach Dir die Arbeit daran stattdessen zur Gewohnheit. Dann kommst Du ans Ziel.

Fitness als Ziel

Erik: Mein Ziel ist körperliche Fitness. Ich bin wirklich motiviert dazu. Aber immer, wenn es ans Sport machen geht, habe ich keine Lust. Ich will mich dann lieber von der Arbeit erholen. Mir ein bisschen Ruhe gönnen. Ich sage mir: „Ich kann es ja auch morgen machen.“ Aber morgen sage ich mir dann: „Ich bin müde und kaputt. Vielleicht mache ich lieber morgen Sport. Oder Montag.“ So geht es immer weiter. Wie kriege ich das gedreht?

Isabelle: Du lässt die Option „Ausfallen“ oder „Verschieben“ nicht zu. Wie oft willst Du pro Woche Sport machen? Was ist realistisch für Dich?

Erik: Am liebsten jeden Tag.

Isabelle: Und wie oft machst Du Sport?

Erik: Zur Zeit gar nicht.

Isabelle: Klar. Ich kenne nicht viele Menschen, die täglich Sport machen. Dein Wunsch ist unrealistisch. Zu krass. Nimm Dir vor, zwei Mal die Woche Sport zu machen. Suche Dir dafür Termine, die auf jeden Fall in Deinen Terminkalender passen. Und dann gehst Du folgendermaßen vor: Du gehst an diesen fixen Terminen immer zum Sport. Immer! Du wartest nicht darauf, ob Du Lust hast. Ob Du Dich fit genug fühlst. Es gibt keine Option, spontan „nein“ zu sagen. Für andere Menschen hast Du dann keine Zeit. Wenn der Termin ansteht, gehst Du einfach hin – wie ein Roboter – und machst Deinen Sport. Fertig. Aus die Maus.

Wie ein Roboter

Erik: Das klingt aber hart. Wie ein Roboter… Dann zwinge ich mich ja!

Isabelle: Zwingst Du Dich auch, Zähne zu putzen?

Erik: Nein, das mache ich einfach.

Isabelle: Guck! Wenn Du zum Sport gehst, brauchst Du Dich auch nicht zu „zwingen“. Du gehst einfach hin! Es ist egal, wie Du Dich fühlst. Du gehst hin. So wird es eine Gewohnheit. Ein Ritual. Vergiss die Lust!

Erik: Dann gehe ich ja aber unmotiviert zum Sport…

Isabelle: Nein! Du hast doch eben selbst gesagt: Du willst körperliche Fitness. Das ist Dein Ziel. Das ist Deine Motivation für Sport. Gut! Aber um das Ziel zu erreichen, musst Du Schritte gehen. Und für die einzelnen Schritte – Deine Trainingseinheiten – musst Du nicht motiviert sein. Du machst sie stattdessen zu einer Gewohnheit. Routine. Andernfalls stellst Du Dir selbst eine Falle. Verstehst Du das?

Erik: Die Falle ist, dass wenn ich auf spontane Motivation vor dem Training höre, das Training sausen lasse?

Isabelle: Jaaa!

Erik: Okay. Das habe ich verstanden. Also überlege ich mir jetzt am besten, welche Termine in jedem Fall gut bei mir reinpassen.

Isabelle: Das ist mein Tipp. Lieber weniger und kürzer, als mehr und länger. Wichtig ist zunächst, ins regelmäßige Tun zu kommen und Dich nicht zu überfordern. Und wenn Du Unterstützung brauchst, sprich mich gerne an.

Erik: Mache ich. Danke für Deine Antworten!

Isabelle: Nicht zu danken.

Beitragsbild: © Arne Kruse


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