Wünsch Dir was und lass es los

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Simon: Es ist egal, wie Du es nennst. Der eine nennt es Gott und der andere nennt es Universum. Wenn Du beginnst, ins Leben an sich zu vertrauen – daran, dass für Dich alles zur richtigen Zeit passiert – dann lebst Du entspannter.

Erik: Und wenn ich das nicht tue?

Simon: Dann gehst Du angespannt durchs Leben. Verkrampft. Neurotisch. Angsterfüllt. Ständig in Hab-Acht-Stellung. Immer in Sorge, etwas nicht zu bekommen, was Du meinst haben zu müssen oder etwas zu verlieren, was Du meinst behalten zu müssen.

Erik: Das klingt nicht so entspannt…

Simon: Genau! Es kann anstrengend sein.

Erik: Was bedeutet es denn, ins Leben oder ins Universum zu vertrauen? Soll ich einfach die Hände in den Schoß legen und nichts tun?

Simon: Nein. Als ich jung war, habe ich mir eine Postkarte mit einem Spruch drauf gekauft. Irgendwie liebte ich ihn. Er lautete: „Wünsch Dir was und lass es los. Sei Dir sicher, das Universum wird sich um seine Erfüllung kümmern“.

Erik: Das ist ja das Gegenteil von dem, was wir in Schule und Gesellschaft lernen. Ich erinnere mich gut an den Spruch: „Von nichts kommt nichts“ oder: „Wer was will, muss was dafür tun.“ Das stimmt doch auch, oder nicht?

Simon: Beides stimmt. Nur vergessen wir oft die Sache mit dem Vertrauen. Wenn es um Leistung geht, um Training, um Disziplin, um Einsatz – da verstehen die meisten Menschen schon, dass das die Ergebnisse beeinflusst. Es macht einen Unterschied für meine Fitness, ob ich zwei Mal die Woche Sport treibe oder nur ein Mal im Monat was tue. Da würden wohl die meisten zustimmen.

Erik: Klar. Dann nenn‘ mir bitte mal ein Beispiel dafür, wie das mit dem Vertrauen ins Leben funktioniert. Wünschen, loslassen, Erfüllung durchs Universum… Hört sich zu schön an, um wahr zu sein, wenn ich ehrlich bin.

Simon: Es gibt eine Erfahrung, die wir alle schon gemacht haben. Das ist unsere Geburt und unser Leben als Kleinkind. Wenngleich sich die Kindheiten von uns allen stark unterscheiden mögen – der eine hatte eine schöne Kindheit, der andere nicht – so haben wir es doch geschafft, zu überleben. Und zwar ohne unser Zutun. Mir ist zumindest niemand bekannt, der als Baby und Kleinkind selbst dafür gesorgt hat, gut geboren zu werden um sich danach mehrere Jahre lang mit Essen und Trinken einzudecken.

Erik: Aber das war ja nicht unsere Wahl. Ein Baby kann ja gar nicht anders, als zu hoffen, dass es gut versorgt wird. Beziehungsweise, es muss alles akzeptieren, wie es eben ist. Es hat keine Wahl. Oder?

Simon: Ja, das stimmt. Dennoch ist es so, das wir damals selbst nichts getan haben – und trotzdem sind wir heute noch hier.

Erik: Wir haben geschrien, gelächelt usw….

Simon: Ja… aber wir waren unseren Eltern und dem sonstigen Umfeld trotzdem völlig ausgeliefert.

Erik: Hast Du noch ein anderes Beispiel?

Simon: Ja, Partnerschaften. Frag mal die Leute, die in einer glücklichen Partnerschaft leben, wie und wo sie ihren Partner getroffen haben. Oft geschah dies nicht durch Klinken putzen wie bei Haustürgeschäften – also beim strategischen Abklappern von Optionen – sondern es geschah „zufällig“ oder „wie durch ein Wunder“.

Erik: Und was hat das jetzt mit Vertrauen zu tun?

Simon: Die Tatsache, dass uns Gutes oft dann begegnet, wenn wir es nicht erwarten oder erzwingen wollen, ist der Beleg dafür, dass wir uns entspannen können. Viele machen diese Erfahrung erst, nachdem sie irgendwann aufgegeben haben mit der Suche. Nachdem sie losgelassen haben. Weil es auf Krampf eben auch nicht ging.

Erik: Wie lautet die Empfehlung dann genau? Einfach seinen Alltag machen und hoffen, dass alles zum richtigen Zeitpunkt zu uns kommt?

Simon: Du musst schon selbst die Richtung vorgeben. Also zum Beispiel: Ich hätte gerne einen Partner. Oder: Ich will als dies und jenes arbeiten. Aber dann, und das ist natürlich die Kunst, lässt Du es los. Das tust Du in dem Wissen, dass Du eh nichts erzwingen kannst. In der Regel weißt Du auch nicht, was genau denn jetzt das Beste für Dich und andere ist. Es ist also völlig in Ordnung, Dinge zu wollen, während es gleichzeitig klug ist, denn Ausgang, den Zeitpunkt und den Ort offen zu lassen. So kannst Du nichts verlieren. Und das, was sich dann ergibt, soll so sein.

Erik: Lieber Simon, Danke für Deine Zeit.

Beitragsbild: © Arne Kruse


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